Originalquelle
Mit Originalquelle ist jene Quelle gemeint, aus der zitiert wird und die der/die Zitierende entweder analog (materiell) ‚in Händen gehalten‘ oder digital konsultiert haben soll. Es gilt also die Regel: Es wird keine Literatur zitiert, die der/die Zitierende nicht persönlich eingesehen hat. Dies inkludiert eine Prüfung des Zitats und der Koordinaten der Fundstelle. Eine Ausnahme dieser Regel ist nur Literatur, die nicht einmal über internationale Fernleihe erhältlich ist. Diese (und nur diese!) darf mit „zitiert nach:“ zitiert werden, wenn Zitate aus dieser in einer späteren Quelle wiedergegeben werden. Das Abschreiben von Quellenangaben aus anderer, dann im eigenen Werk nicht angeführter Literatur ist nicht gestattet – mit Ausnahme des Fachs Medizin, in dem solche „Literatur-Reviews“ (noch) nicht den strengen Regeln von Zitat und Plagiat unterliegen.
Ein in Bezug auf die Zitierpraxen in der Wissenschaft irritierendes Paper wurde 2003 veröffentlicht:[1] Auf Basis von übernommenen Tippfehlern in Literaturangaben wurde hochgerechnet, dass womöglich nur 20 Prozent aller Wissenschaftler/innen, die ein Werk zitieren, dieses auch tatsächlich im Original konsultiert und gelesen haben. Das kurze Paper hat jedoch einige unreflektierte Annahmen und es ist seitdem keine Replikation der Studie bekannt.
Fußnoten
- ↑ SIMKIN, Mikhail/ROYCHOWDHURY, Vwani (2003): Read before you cite! In: Complex Systems 14, S. 269-274.