Plagiatsprüfung

Aus zitieren.at – Das Zitier-Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Plagiatsprüfung meint die Prüfung eines Textes oder eines Bildes auf Plagiat. Ein Pionier der automatischen Plagiatsprüfung in Deutschland ist der Soziologie Wolfgang Krohn von der Universität Bielefeld, der die Software Turnitin (seit 1997 am Markt) bereits im Jahr 2001 erstmals einsetzte. Ein Hochschulmagazin berichtete im Jahr 2008:

„Der Soziologie-Professor Wolfgang Krohn vom Institut für Wissenschaft- [sic] und Technikforschung beschäftigt sich seit sieben Jahren mit dem Thema und ging der Sache 2001 erstmals systematisch und empirisch auf den Grund: ‚Die Verdachtsfälle häuften sich und es verdichtete sich der Eindruck, dass durch das Internet hier eine Art ‚Sport’ entstanden war.‘ Professor Krohn untersuchte 39 Gruppenarbeiten auf Plagiate. Das Ergebnis sprach für sich: ‚Jede vierte Arbeit enthielt geklaute Passagen, obwohl ich die Studierenden in der Veranstaltung darauf hingewiesen hatte, dass ich die Arbeiten unter die Lupe nehmen würde.‘“[1]

Eine weitere Pionierin ist die Berliner Medieninformatikerin Debora Weber-Wulff. Sie schrieb im Herbst 2002 für den „Spiegel“ eine Artikelserie[2], die erstmals die Öffentlichkeit für das Thema Plagiat an den deutschsprachigen Universitäten sensibilisierte. Vom Übertitel dieser Serie („Eine Professorin auf Plagiat-Jagd“) stammt auch die sich später etablierende Bezeichnung „Plagiatsjäger“. Schon vorher im Jahr 2002 hat der „Spiegel“ über das neue Phänomen der Wissenschaftsplagiate aus dem Internet berichtet.[3]

Die grundlegenden Methoden der Plagiatsprüfung

  1. Verwendung von Suchmaschinen, bevorzugt Google: Dabei werden markante Wortketten aus der zu prüfenden Arbeit, bestehend aus vier bis sieben Wörtern, unter Anführungszeichen in die Suchmaschine eingegeben und auf Übereinstimmungen mit Dokumenten aus dem Netz untersucht. Zu beachten ist, dass das vergangene Internet und etwa Artikel und Papers hinter Bezahlschranken so nicht erreicht werden.
  2. Manuelle Suche rund um Zitate: Die zu prüfende Arbeit wird mit jener Arbeit verglichen, aus der in der zu prüfenden Arbeit zitiert wurde. Dies ist bei durchsuchbaren PDF-Files mit der Funktion „Suche“ möglich. Es werden wieder sehr kurze markante Wortketten eingegeben. So kann entdeckt werden, ob mehr abgeschrieben wurde, als zitiert wurde.
  3. Softwareunterstützter Text-mit-Text-Vergleich: Zwei Texte werden miteinander verglichen. Dies geschieht am besten mit den sogenannten „Diff Checkers“ wie etwa WCopyfind (nur für Windows). Diese vergleichen zwei Texte automatisiert und markieren – je nach eingegebener Anzahl von übereinstimmenden Wörtern hintereinander – die Textidentitäten. Eine manuelle Auslese, ob es sich um Zufälligkeiten, Zitate oder Plagiate handelt, ist unbedingt erforderlich.
    Beispiel einer sinnvollen Einstellung von „Comparison Rules“ bei der Gratis-Software WCopyfind für Windows
  4. Wayback Machine/Internet Archive: Sehr sinnvoll ist häufig die Suche im vergangenen Internet, das im Internet Archive[4] archiviert wird, sofern die betreffende URL oder Unterseite dort mindestens einmal hochgeladen wurde. Diese Suche ist auch oft ergänzend zum Einsatz von Plagiatssoftware notwendig.
  5. Zitationsbasierter Ansatz: Eigentlich ein Unterfall aller bisherigen Varianten. Es wird bewusst nach identischen Zitaten, Quellenangaben im Fließtext (bevorzugt auch in derselben Reihenfolge hintereinander angeführt) und identischen Titeln im Literaturverzeichnis gesucht. So entdeckt man Blindreferenzen oder Blindzitate – oder eben auch plagiierten Fließtext im Umweg.
  6. Einsatz von Plagiatssoftware: Bei zahlreichen und/oder längeren zu prüfenden Arbeiten bedarf es einer automatisierten Massenlösung. Diese stellen Anbieter von Plagiatssoftware bereit, siehe dazu den eigenen entsprechenden Artikel.

Fußnoten