Beim römischen Dichter Martial ist im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung in den Epigrammen (1,52) nachzulesen: ''„hoc si terque quaterque clamitaris, impones plagiario pudorem“''. Dies kann übersetzt werden mit: ''„Wenn Du das drei oder vier Mal deutlich sagst, wirst du den Plagiator beschämen.“''<ref>Dank für Mitarbeit an Herbert Toscany.</ref> Bei Martial kommt es somit zu einer Bedeutungsverschiebung: Der ‚plagiarius‘ nicht mehr als der ''Menschen''dieb, sondern als der ''Text''dieb, als Räuber von Versen: als einer, der fremde Verse – nämlich die des Martial – als eigene vorträgt. | Beim römischen Dichter Martial ist im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung in den Epigrammen (1,52) nachzulesen: ''„hoc si terque quaterque clamitaris, impones plagiario pudorem“''. Dies kann übersetzt werden mit: ''„Wenn Du das drei oder vier Mal deutlich sagst, wirst du den Plagiator beschämen.“''<ref>Dank für Mitarbeit an Herbert Toscany.</ref> Bei Martial kommt es somit zu einer Bedeutungsverschiebung: Der ‚plagiarius‘ nicht mehr als der ''Menschen''dieb, sondern als der ''Text''dieb, als Räuber von Versen: als einer, der fremde Verse – nämlich die des Martial – als eigene vorträgt. |